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AbsolventInnenberichte

Die Knallerbse bedeutet mir so viel, dass ich es nicht in einem Satz zusammenfassen kann.

 

Angela Kohlfürst

Kindergartenpädagogin,
ehemalige Schülerin der SiP Knallerbse

2016-11-28T18:34:13+00:00

Angela Kohlfürst

Kindergartenpädagogin,
ehemalige Schülerin der SiP Knallerbse

Die Knallerbse bedeutet mir so viel, dass ich es nicht in einem Satz zusammenfassen kann.  

Vertrauen

Die Zeit in der Knallerbse war für mich der Beweis, dass für Entwicklung und Fortkommen im Leben keinerlei Druck – nur Vertrauen – vonnöten ist.

 

Jonathan Scheucher

Filmemacher, ehemaliger Schüler der SIP Knallerbse

2016-11-28T18:36:20+00:00

Jonathan Scheucher

Filmemacher, ehemaliger Schüler der SIP Knallerbse

Die Zeit in der Knallerbse war für mich der Beweis, dass für Entwicklung und Fortkommen im Leben keinerlei Druck – nur Vertrauen – vonnöten ist.  

Zukunft

Unsere Kinder haben gelernt, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Das ist eine Versicherung für die Zukunft.

 

Dipl.-Ing. Manfred Baumgartner

Vater zweier ehemaliger Schüler der SiP Knallerbse

2016-11-28T18:39:46+00:00

Dipl.-Ing. Manfred Baumgartner

Vater zweier ehemaliger Schüler der SiP Knallerbse

Unsere Kinder haben gelernt, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Das ist eine Versicherung für die Zukunft.  

 Berichte von AbsolventInnen

Was meinen SchülerInnen, die nach der SiP in weiterführende Schulen wechselten:

 

Anna Schuster

Erster AbsolventInnenjahrgang, BRG Klusemannstraße

„Sofort aufgefallen: die unterschiedliche Lernhaltung!“

Beim Umstieg nach der letzten Sekundarstufe hatte ich Angst, dass ich zu wenig Wissen hätte. Am Anfang haben es einige Leute lustig gefunden, dass ich aus „so“ einer Schule komm, andere haben es nicht ernst genommen (vielleicht konnten sie auch nichts damit anfangen) und wieder andere waren sehr interessiert an dem anderen Schulsystem.

Worauf ich nach kürzester Zeit draufgekommen bin, ist, dass es keinen Unterschied gemacht hat – zwecks des Stoffdefizits – weil alles, was wir nicht gelernt hatten, haben die anderen aus der Regelschule im Großen und Ganzen wieder vergessen- meine Ängste haben sich auf jeden Fall aufgelöst.

Was mir sofort aufgefallen ist, war die unterschiedliche Lernhaltung: für mich war Lernen immer etwas, das mit einer persönlichen Motivation zu tun hatte: Dinge zu erfahren bringt in erster Linie mir selbst etwas und ist mit einer Unmenge an Möglichkeiten verbunden…

Ich bin in der Regelschule auf Menschen getroffen, die das Gefühl hatten, für jemanden anderen zu lernen, die Dinge zu erledigen, weil es eine Pflicht dem Lehrer gegenüber ist, oder dem System. Ich habe einen starken Kontrast wahrgenommen:

das eine System nimmt die Schule und die vorgefertigten Lehrpläne zum Maßstab und will die Menschen danach richten und formen; das andere nimmt sich den Schüler und dessen Motivation zum Maßstab und versucht, zumindest so gut es geht, den Lehrplan danach zu gestalten (abgesehen von gewissen Dingen, die einfach zur Grundbildung gehören).

Wie ich es kennen gelernt hab, ist die Schule so ein Ort von vielen Möglichkeiten und Anregungen.

Im Prinzip würde ich mein Kind sofort in eine Alternativschule geben. Es gibt viele Erfahrungen aus den 8 Jahren, die ich in der Knallerbse verbracht habe, die unheimlich wertvoll für mich sind, z.B. der soziale Umgang, die Lehrer-Schüler-Beziehung, das gegenseitige Verständnis, oder keine Klassenbildung usw.

Bis zu dem Schulwechsel kannte ich es auch nicht, mit einem unangenehmen Gefühl in die Schule zu gehen oder gar Angst zu haben. In der SiP gab es Tage, an denen ich unmotiviert war, aber ich hab mich nie unwohl gefühlt. Es geht dabei gar nicht um einen gewissen Lehrer oder den Inhalt, sondern um die Art, wie man es den Schülern beibringt. Es ist, wie wenn man ein fremdes Wort kennen lernt: bevor man es versteht, muss man es in seine eigene Sprache übersetzen. Hat man dann den richtigen Kanal gefunden, können die Dinge mit einem persönlichen „Code“ eingespeichert werden und somit auch viel länger abrufbar gemacht werden anstatt zwanghaft auswendig zu lernen – bis zu einem gewissen Datum; dann beweisen dass man es „so gelernt“ hat; wie es verlangt war, um es gleich danach wieder zu vergessen… Warum sollte man den anderen Vorgang nicht fördern? Das würde dem Prinzip Schule viel mehr entsprechen, finde ich, und so sollte es auch sein!

 

Hannah-Leah Degenhardt

Hannah-Leah Degenhardt ist 2004 von der SiP in die Ortweinschule gewechselt.

„Unsere Neugierde wird nicht unterdrückt“

Wir haben vermittelt bekommen, dass wir‘s sicher schaffen, wenn wir wollen. Den Umstieg in das Regelschulsystem habe ich gut geschafft, meine positive Einstellung zum Lernen, mein Ehrgeiz und die Zeit waren einfach reif: raus aus der Knalli und sich bewähren! Wir SchülerInnen haben uns auf viel lernen, viel Stress, vielleicht blöde Lehrer eingestellt; überrascht waren die Lehrer dann, wie gern wir im Vergleich zu den MitschülerInnen lernen. In der Knalli haben sie uns das Lernen nicht abgewöhnt. In der Rückschau ist mir bewusst geworden, wie sehr in der Knalli vernetztes Denken gefördert wurde. Und wie viel Zeit da war, sich für Neues, Interessantes zu begeistern: Wann soll man das denn sonst machen als in dem Alter? Ich würde sowieso wieder in die Knalli gehen, weil der Stress, der fängt halt dann später an, wenn man es schon gut aushält.

 

Rafael Starman

Rafael hat die Knallerbse nach Heimunterricht und Regenbogenschule 3 Jahre lang besucht. Er absolvierte von 2002-2007 die HTL-Ortweinschule Graz für Kunst & Design in der Abteilung Audiovisuelles Mediendesign, derzeit ist er Zivildiener bei der FF-Feldbach und nebenbei als Kameramann bei Steiermark 1 tätig.

Update 2014: Rafael hat nach seinem Zivildienst als Kameramann bei Steiermark 1 und als freier Kameramann gearbeitet. Zur Zeit besucht er die Filmakademie in Ludwigsburg bei Stuttgart.

Gab es für dich In deiner Zeit in der Knallerbse besondere Höhepunkte?

Eigentlich waren die ganzen Jahre ein Highlight – und das Fußballspielen.

Wie hast du dich für deinen weiteren Weg nach der Knallerbse entschieden?

Eine große Hilfe waren die Praktika. – Ich hatte den Traum, Lokführer zu werden, aber nach einer Woche Praktikum in der ÖBB-Lehrlingswerkstätte wusste ich, das will ich nicht. Es ist auch wichtig, herauszufinden, was man nicht will.

Wie ist es dir beim Wechsel in die Regelschule gegangen?

Ich hatte sehr viele Phantasien über die Regelschule aufgebaut und hatte Angst, dass alle anderen viel besser sein würden als ich. Ich hatte dann aber eigentlich kein Problem, außer in Deutsch im ersten Jahr. Die Erfahrung von Prüfungen war für mich ganz neu, aber meinen ersten Test (in Chemie) habe ich mit 1 geschafft.

Hast du Unterschiede zu Regelschülern bemerkt?

Die Angst, weniger zu wissen, wurde vollkommen widerlegt. Ich hatte keine Scheu vor den Lehrern. Ich hatte viel mehr Begeisterung – manche aus der Regelschule waren so fertig, dass sie sich für nichts mehr interessierten. Ganz erhalten geblieben ist meine Begeisterung in der weiterführenden Schule nicht. Aber jetzt, nach der Matura, habe ich auch noch große Interessen und möchte mir vieles selbst beibringen.

Euer Abschlussfilm an der Ortweinschule „Karl in der Au“ ist auf der Diagonale 2008 gezeigt worden – wie ist er entstanden?

Die Justizanstalt Karlau ist mit der Bitte nach einem Imagefilm an die Ortweinschule herangetreten. Wir haben dann einen Dokumentarfilm daraus gemacht. Trotz des Stresses, waren wir, Christian Hain und ich, ein eingeschworenes Team. Außerdem war es natürlich für uns eine neue Erfahrung in Bezug auf Schwerverbrecher. In Hinblick auf die Zukunft werden wir beide sicher wieder ein Filmprojekt starten.

 

Jonathan Scheucher

SiP besucht von / bis 1995 – 2003

Was hat mir in der Schule besonders gefallen?

Die Freiheit, alles zu jeder Zeit selbst entscheiden zu können. Da wir aus unserem eigenen Wissensdurst heraus lernen durften, konnten wir Inhalte um ein Vielfaches schneller, v.a. aber bleibender aufnehmen.

Was hat mir weniger gut gefallen?

Der Geschmack des Leitungswassers 🙂 Die Qualität ist verbesserungswürdig.

Wie war die Entscheidung für den nächsten Schritt nach der SiP?

Durch verschiedene Projekte, wie Filmdrehs, Theater- und Radioarbeit in unserer Schulzeit, ist mein Interesse an Medien stark gewachsen. Die Entscheidung, in die HTBLUVA Ortweingasse zu wechseln, ergab sich so wie von selbst. Zwischen 2003 und 2008 besuchte ich dort die Abteilung für Film, Video und MultimediaArt.

War die Entscheidung aus heutiger Sicht richtig?

Ohne jeden Zweifel! Und das beziehe ich auf beide Schulen. Ich bin der Meinung die HTBLUVA Ortweingasse ist für jeden Schüler – unabhängig von Interesse oder Talent – die einzig richtige Wahl im Anschluss an die Schule im Pfeifferhof – Knallerbse.

Wie geht es mir jetzt in der Lehre / in der nächsten Schule / beim Studium / im Beruf?

Nach dem Abschluss mit der Matura geht es mir hervorragend. Ich fühle mich befreit, bin voller Datendrang und freue mich auf alles, was da noch kommen mag. Mein nächstes großes Ziel ist eine Aufnahme an der Berliner Filmakademie. Mindestalter: 21 Jahre. Leider muss ich mich da mit meinen 19 Jahren noch ein wenig gedulden.

Auf folgende weitere Informationen möchte ich verweisen

Alle Absolventen der Schule im Pfeifferhof – Knallerbse, die im Anschluss die HTBLUVA Ortweingasse besucht haben, konnten bei ihrer Matura im schlechtesten Fall mit einem guten Erfolg abschließen!

Das erste im Ausland gedrehte und finanziell aufwendigste Diplomprojekt der HTBLUVA Ortweingasse entstand in Zusammenarbeit von vier ehem. „Knallerbsen“. Es handelt sich dabei um einen Dokumentarfilm über das Leben der türkischen Schriftstellerin Esmahan Aykol zwischen Berlin und Istanbul.

Was möchte ich zukünftigen Schülern oder Eltern mitgeben?

Das wichtigste aus Perspektive eines Schülers, ist das unerschütterliche Vertrauen seiner Eltern; sowohl in seine Leistungen (die messbar oft später, dafür in ganz anderer und bleibender Form kommen), als auch in die Kompetenz der Schule (die keinem Zweifel Raum lässt). Dieses Vertrauen erscheint mir besonders dann wichtig, wenn der Schüler allgegenwärtiger, aber unbegründeter Skepsis von außen (Verwandte, Regelschüler, etc.) ausgesetzt ist. Ich möchte alle Eltern einladen, dieses Vertrauen zu leben. Wenn das vorhanden ist, bin ich überzeugt, kommt alles andere wie von selbst.

 

Marie Stoiser

SiP besucht von / bis 1997-2005

Gründe, warum ich/meine Eltern die Schule gewählt haben

Sie fanden/finden es gut, Kindern Freiräume zu geben und sie von alleine lernen zu lassen und die Freude am Lernen nicht zu erdrücken.

Was hat mir in der Schule besonders gefallen?

Die freie Einteilung des Lernens, die viele Freizeit und, dass Schulegehen einfach schön und keine Überwindung war.

Wie war die Entscheidung für den nächsten Schritt nach der SiP?

Für mich war eigentlich von Anfang an klar, dass ich auf eine Schule mit kreativem Schwerpunkt weitergehen wollte. Deshalb habe ich mich auch dazu entschlossen auf die Ortweinschule weiterzugehen, weil sich mir dort viele verschiedene, kreative Richtungen boten. Entschieden habe ich mich dann für die Sparte Fotografie.

War die Entscheidung aus heutiger Sicht richtig?

Ja, schon.

Wie geht es mir jetzt in der Lehre / in der nächsten Schule / beim Studium / im Beruf?

Zur Zeit geht es mir gut, auch notenmäßig. Es gibt zwar immer wieder stressige Wochen, aber im großen und ganzen, ist dieses Schuljahr sehr schnell vorüber gagangen.

Habe ich einen Unterschied zu Absolventen einer Regelschule feststellen können (Wenn „Ja“, welchen?)

Ja, schon. Es war vor allem die Einstellung zum Lernen, das „Nur-Für-die-Noten-Lernen“.

 

Mateja Starman

SiP besucht von / bis 1999 – 2005

Bisher besuchte Schulen nach der Knallerbse

Ich bin von der Knallerbse in die HLW Schrödinger gewechselt. Hier habe ich dann nach einem halben Jahr abgebrochen und bin weiter nach Feldbach in eine 2-jährige Hauswirtschaftsschule. Die habe ich mittlerweile abgeschlossen und gehe jetzt in die Kinder- und Jugendlichenkrankenschwesternschule in Graz. Vorher war ich 3 Jahre im Regenbogenhaus in Gratkorn (ist auch eine Montessorischule).

Update 2014: Mateja hat die Kinderkrankeschwesternausbildund abgeschlossen und besucht gerade den Kurs zur Kinderintensivkrankenschwester.

Gründe, warum ich/meine Eltern die Schule gewählt haben

Bei mir haben die Eltern entschieden, dass ich in eine Montessorischule gehen soll. Am Anfang wollte ich unbedingt in eine Regelschule gehen, weil alle, die ich kannte, in eine Regelschule gegangen sind. Da mein Bruder Rafael das Regenbogenhaus aber schon kannte, fing ich doch in dieser Schule an. In die Knallerbse bin ich gewechselt, da es Probleme mit der Schulleiterin gab. Da waren wir dann ungefähr 20 Kinder, die alle in die Knallerbse gewechselt sind.

Was hat mir in der Schule besonders gefallen?

Dass ich fast immer das lernen konnte, wozu ich gerade Lust hatte. Also diese gewisse Freiheit zum Lernen. In den ersten Jahren hat mir auch das viele Basteln und Sticken gefallen.

Was hat mir weniger gut gefallen?

Das kalte WC.

Wie war die Entscheidung für den nächsten Schritt nach der SiP?

Ich war bei ganz vielen Tagen der offenen Tür in verschiedenen Schulen in Graz. Dann war recht schnell klar, dass ich in die HLW gehen will.

War die Entscheidung aus heutiger Sicht richtig?

Ja, ich glaub schon. Vielleicht hätte ich das neunte Schuljahr in einer anderen, leichteren Schule zum Umgewöhnen absolvieren und dann weiter in einer Fünfjährigen fortsetzen sollen. Aber so habe ich bis jetzt auch meinen Weg gemacht.

Wie geht es mir jetzt in der Lehre / in der nächsten Schule / beim Studium / im Beruf?

Mittlerweile geht es mir sehr gut! Ich habe ein Jahr gebraucht zur Umstellung auf die Regelschule.

Habe ich einen Unterschied zu Absolventen einer Regelschule feststellen können (Wenn „Ja“, welchen?)

In den ersten beiden Schulen hatten die Mitschüler schon vom ersten Tag an wenig Interesse am Lernstoff. Es wunderte mich, wieso sie sich dann trotzdem für eine weiterführende Schule entscheiden.

Auf folgende weitere Informationen möchte ich verweisen

In meiner letzten Praktikumswoche in der Knallerbse war ich bei einem Pressefotographen. Er entedeckte mein Talent zum Fotografieren und seit damals fotografiere ich in meiner Freizeit vor allem Sportveranstaltungen. So kam ich schon zu Fußballländerspielen ins Ernst-Happel-Stadion und lernte Real Madrid kennen. Auch die UPC-Arena kenne ich mittlerweile sehr gut durch die zwei Bundesligavereine: den ehemaligen GAK und den wiederauferstandenen SK-Sturm. Meine Fotos werden laufend in der Kleinen Zeitung und in Internetberichten veröffentlicht. Die Grazer Wahlen brachten mein Foto von S.Nagel sogar am Titelblatt der Kleinen Zeitung.

 

Lena Hödl

17 Jahre alt, vom ersten Jahr an – nach dem Kocher-Kindergarten, – alle neun Jahre in der SIP, seit 2 Jahren in der HLW Schrödingergasse, im Kulturzweig.

Der größte Unterschied zwischen der Knallerbse und einer Regelschule?

Lena: Also, es ist eigentlich alles relativ anders, vor allem die LehrerInnen-SchülerInnen-Beziehung, und natürlich auch der Unterricht. Da ist Frontalunterricht – das ist eigentlich der größte Unterschied, der Frontalunterricht.

War es schwer, sich daran zu gewöhnen?

Lena: Nein, es war überhaupt nicht schwer, weil man ja weiß, wie das ist. Es war auch nicht so schlimm, wie ich’s mir vorgestellt hab’, – war eigentlich ganz o.k.

Was ist von der SIP am meisten in Erinnerung?

Lena: Eigentlich alles, vor allem auch das Lernen und das viele Draußen-Sein in der Pause, Fußball spielen, Volleyball spielen…Alles!

Wie war der Umstieg?

Lena: Der Umstieg war relativ leicht, man muss sich halt dran gewöhnen, dass man mit den LehrerInnen nicht mehr so reden kann und aufstehen muss, wenn sie reinkommen. Und auch ans Hausaufgabenmachen, – wie lange muss ich lernen vor einem Test und so… Aber sonst war’s leicht.

Warst du genauso gut vorbereitet auf die Oberstufe wie alle anderen, mit denen du begonnen hast?

Lena: Auf jeden Fall! Mir kommt sogar vor, eher besser, weil die anderen eher von Anfang an gesagt haben, sie wollen eigentlich gar nicht lernen, und so, diese negative Einstellung – die hab’ ich nicht gehabt – und sonst war ich gleich gut vorbereitet.

Wie ist das gelaufen mit deiner Entscheidung für die Schule, die du jetzt besuchst?

Lena: Wir waren bei den Tagen der offenen Tür und meine größere Schwester war schon da und es hat ihr gut gefallen. Ich wollte was mit Wirtschaft machen und sonst hätte es noch die HAK gegeben.

Wie bist du von den LehrerInnen aufgenommen worden mit deiner „Alternativschulvergangenheit“?

Lena: Also mit dem Namen – wenn einem der Name „Knallerbse“ rausrutscht, dann lachen alle. Aber es fällt vielen auf, die sagen das auch zu meinen Eltern bei den Sprechtagen, und auch weil da jetzt schon mehrere in der Schrödinger von der Knallerbse gehen, dass man so „unverbraucht“ ist, wie meine Mathe-Lehrerin immer sagt.

Also du glaubst, die Jahre in der Knallerbse haben dir deinen positiven Zugang zum Lernen erhalten?

Lena: Ja! Also es wird jetzt schlechter mit der Zeit in der anderen Schule, aber man hat schon eine andere Einstellung als alle anderen… Man meckert halt nicht nur, sondern findet auch mal was Positives.

 

Amelie Gerstenmayer

17 Jahre alt, Quereinsteigerin, vom 6. – 8. Schuljahr in der SIP, 2 Jahre bei den Schulschwestern, aktuell in England

Der Umstieg von einer Regelschule in die Knallerbse

Amelie begann in der SiP als sogenannte „Quereinsteigerin“ in der P2 (6. Schulstufe).

Nach dem Umstieg vom Gymnasium in die SIP gefiel ihr das gute Verhältnis zwischen den Lehrern und Schülern am besten. Die plötzlichen Freiheiten brachten sie ein bisschen aus dem Gleichgewicht, aber nach einiger Zeit gewöhnte sie sich an die Arbeitsweise. Amelie entwickelte sich zu einem interessierten und selbständigen Mädchen.

War sie genauso gut vorbereitet auf die Oberstufe wie alle anderen, mit denen sie begonnen hatte?

Gegen Ende der Sekundaria schlichen sich bei den Eltern Zweifel ein, ob ihr Kind wohl gut vorbereitet war für den Übertritt in die Oberstufe. Amelie wünschte sich eine Schule mit einem landwirtschaftlichen Schwerpunkt, weil sie durch die Praktika in der SiP erfahren hatte, dass sie sich für diesen Bereich interessiert und sie sich in diesem Umfeld am wohlsten fühlte.

So wechselte Amelie nach der 8. Schulstufe zu den Schulschwestern in Eggenberg mit dem Schwerpunkt Landwirtschaft und Ernährungsökologie. Sie suchte sich diese Schulrichtung aus, weil es schon immer leichter für sie war, praktischen mit theoretischem Unterricht zu verbinden. Ihr Gefühl, in diese Richtung gehen zu wollen, stellte sich als richtig heraus – sie genießt die Praxiseinheiten im Gartenbau, der Landwirtschaft und auch in der Küche erweist sie sich als sehr geschickt.

Die Sorge der Eltern, dass sie den schulischen Anforderungen aufgrund von Wissenslücken nicht gewachsen sei, wurde nicht bestätigt: ihre Noten liegen im oberen Durchschnitt und die Rückmeldungen der Lehrerinnen betreffend ihre Arbeitshaltung sind sehr positiv.

War es schwer, sich einzugewöhnen?

Zurückblickend findet Amelie, dass sie die Sekundaria sehr gut vorbereitet hat und dass sie mit weniger Druck doch sehr viel gelernt hat.

Amelie: Vielleicht habe ich ein bisschen weniger Akademisches gelernt, aber ich bin mir sicher, dass ich eine Persönlichkeit entwickelt habe und auch weiß, wie man andere behandelt.

Bei den Schulschwestern profitierte Amelie sehr von ihrer positiven Einstellung zum Lernen und auch zu sonstigen schulischen Aktivitäten.

Amelie: Ich habe das Lernen dort eigentlich nie sehr schwer gefunden und überraschenderweise habe ich mich sofort auf die andere Lehrweise umstellen können. Die Selbstständigkeit, die ich in den drei Jahren in der SIP erlernt habe, hat mir die letzten Jahre sehr gut geholfen, dass ich genug gelernt habe, um immer recht gute Noten zu schreiben.

Was macht sie gerade?

Nach zwei Jahren bei den Schulschwestern organisierte sich Amelie zusammen mit einer Mitschülerin ganz eigenständig ein Auslandsjahr in England – sie wohnt bei einer Gastfamilie und besucht wie alle britischen Jugendlichen eine Schule am Ort und organisiert sich ihren Alltag weitestgehend selbständig.

Amelie: Der Umstieg in eine komplett englische Schule ist mir eigentlich nicht sehr schwer gefallen und da ich in den acht Monaten, die ich hier schon verbracht habe sehr viel erlebt habe und viele nette Leute kennen gelernt habe, wird es mir sehr schwer fallen, wieder nach Österreich zurück zu gehen.

Amelie: Nach diesem schönen Jahr in England werde ich dann wieder zu den Schulschwestern zurückgehen und die Schule hoffentlich mit einer Matura beenden.

 

Tessa Sophie Huber

15 Jahre alt, erstes Jahr in der Modellschule

Tessa, du hast heuer im Herbst von der Knallerbse in die Modellschule gewechselt. Wenn du jetzt nach ca. 4 Monaten zurückblickst, was kommt dir als erstes in den Sinn?

Tessa: Es war für mich persönlich eine gute Entscheidung zu wechseln (nach dem 8. Schuljahr), aber es war auch nicht ganz leicht … ich musste mich an ein neues System und an eine neue Klasse gewöhnen.

Was sind die hervorstechendsten Unterschiede für dich zwischen dem System der Knallerbse und dem Regelsystem in der Modellschule?

Tessa: Es gibt im Vergleich viel weniger Kontakt mit den anderen Schülern und die Gespräche sind kürzer, weil wir ja nur in den – kurzen – Pausen zwischen den Stunden miteinander reden können. So können, glaube ich, auch nicht so intensive Freundschaften entstehen, wie in der Knallerbse. In der Knallerbse lernt man sich auch beim gemeinsamen Lernen kennen und hat einfach mehr Chancen, miteinander zu reden. In der Regelschule arbeitest du mehr für dich allein als in Gruppen.

Was waren die größten Schwierigkeiten für dich beim Umstieg?

Tessa: ich musste lernen, mit meinem Stress vor den Schularbeiten umzugehen…! Mich stresste die Prüfungssituation an sich, diese Stimmung, und weil ich die Lehrerinnen noch nicht gekannt habe und nicht wusste, worauf sie Wert legen, wie das Ganze ausschaut, usw. Angst wegen des Stoffes hatte ich eigentlich weni-ger, weil ich mich ja immer gut vorbereitet habe.

Was gefällt dir an der neuen Schule besonders?

Tessa: der viele BE-Unterricht [Bildnerische Erziehung]! Und die Vielfalt der Fächer, die es gibt!

Ist es auch spannend, mehrere verschiedene Lehrpersonen zu erleben?

Tessa: Ja, das ist relativ lustig, weil sie so voll verschieden sind und man muss erst herausfinden, wie sie ticken. Am Anfang ist das auch nicht so ganz einfach, aber man gewöhnt sich mit der Zeit daran …

Was möchtest du deinen ehemaligen KollegInnen aus der SiP sagen?

Tessa: ich möchte mich für die coole Zeit mit ihnen bedanken, sie sollen so bleiben, wie sie sind, und die Sachen, die sie in der SiP gelernt haben, sind auf jeden Fall auch in weiterführenden Schulen nützlich.

Hat dir in der SiP etwas gefehlt?

Tessa: Es gab nur eine Kleinigkeit: ich finde, sie sollten für die, die das wollen, zur Selbstkontrolle für jedes Fach eine Art „Stoffliste“ haben, für das betreffende Schuljahr, damit man in etwa weiß, wo man steht … ob man noch mehr tun muss in einem Bereich oder ob es eh passt …

Wenn du deine Zeit in der SiP beschreiben müsstest, wie ist dein Resümee?

Tessa: Es war eine schöne Zeit, so wohlbehütet und in so einer schönen Umgebung mit so vielen netten Leuten „aufzuwachsen“… die Knallerbse hat auf jeden Fall auch meine Persönlichkeit geprägt… Meine Art, meine Einstellung zum lernen, mein Sozialleben, – das Erlebnis, so unterstützt zu werden, das man dann auch weitergeben will …

Hanna Leiter

Absolventinnen-Interview mit Hanna Leiter
„I“ steht für Interviewerin Martina Huber-Kriegler
„H“ für die interviewte Hanna Leiter
I: Du bist jetzt in der 2. Klasse der HLW Schrödinger (Zweig: Kultur-und Kongressmanagement), hast also vor einem Jahr dorthin gewechselt. Was fällt dir als erstes zu diesem Schulwechsel ein?
H: Es war einfach in der Knallerbse viel lockerer, man hat gewusst, was kommt, was läuft… In der Schrödinger war die ganze Situation so, dass ich im Turnsaal steh und nicht weiß, was ich da tu, niemanden kenne; und alles war vollkommen neu für mich. Auch war unser Klassenvorstand am ersten Tag nicht da und dann hatten wir am zweiten Tag wieder wen, den wir nicht gekannt haben. Es war einfach total fremd.
I: Das ist aber wahrscheinlich für alle, die in so einer weiterführenden Schule anfangen, eher gleich.
H: Ja, wahrscheinlich.
I: Was sind die größten Unterschiede vom System her, vom Tagesablauf?
H: Man hat in der Knallerbse den viel lockereren Ablauf, man kann sich frei entscheiden, auch mitten in der Stunde; „Ok – ich will jetzt was anderes machen!“ Und man hat nicht den fixen Ablauf, man muss jetzt Mathe oder Physik machen. Es gibt zwar den Mathekurs, aber es war viel lockerer. In der Schrödinger kommt man rein und weiß, ich mach jetzt 50 Minuten das Fach, auch wenn man gar keine Lust drauf hat.
I: Fällt dir das dann schwer?
H: Ab und zu schon, ja!
I: Wenn du in so einer Stunde sitzt, auf die du keine Lust hast, kannst du dich dann konzentrieren?
H: Ich versuch‘, so gut’s geht, aufzupassen, aber es ist manchmal schon sehr schwer…
I: Gab’s Schwierigkeiten bei dir beim Umstieg?
H: Eigentlich schon das plötzliche Siezen von Lehrern war anders und die fixe Gestaltung der Stunden, dass man eigentlich keinen Einfluss drauf hat, was man macht…
I: Wie viele Wochenstunden hast du ?
H: Heuer 36 und im erste Jahr 33!
I: Wie ist es dir mit Prüfungen, Schularbeiten usw. gegangen? War das ein großer Stress für dich?
H: Teils, teils – in manchen Fächern gar nicht, in manchen schon sehr.
I: Ihr schreibt ja in der Knallerbse ab und zu freiwillige Probeschularbeiten – war das noch einmal ein Unterschied dazu?
H: In Deutsch und Englisch eigentlich nicht; in Mathe schon, weil wenn man da eins von 4 großen Beispielen verhaut hat, war’s dann gleich eine viel schlechtere Note in der Schrödinger.
I: Wie geht’s dir mit den Vorbereitungen auf Schularbeiten und Prüfungen? Hast du das schon gekonnt oder musstest du das erst lernen?
H: Für mich war’s kein Problem. Wir haben in der Knallerbse schon gelernt, selbstständig zu arbeiten und zu wissen, was ich kann und was nicht.
I: Was gefällt dir an deiner neuen Schule besonders?
H: Ich mag meine Klasse sehr gern, weil’s eine tolle Klasse ist.
I: Wie viele seid ihr?
H: Ca. 33, also eigentlich 35, aber 2 sind im Ausland.

I: Hast du auch außerhalb der Schule einen guten Kontakt zu deinen Klassenkolleginnen und -kollegen?H: Ja, total guten Kontakt!
I: Wie findest du die vielen verschiedenen Lehrpersonen? Ist das interessant für dich?
H: Ja, schon, weil man merkt, wie unterschiedlich die verschiedenen Lehrpersonen lehren. Manche verlangen sehr viel von uns, manche sehr wenig; unsere alte Mathelehrerin hat uns alles x-Mal erklärt, der neue erklärt gar nichts und wir müssen das zu Hause lernen und in der Schule nur mehr wiederholen. Das ist schon sehr schwer.
I: Wie steht’s mit der Schülermitbestimmung? Ist es leicht, Einfluss auf Entscheidungen zu nehmen?
H: Nein!! Wir kriegen einfach Vorgaben und Termine, die wir einhalten müssen; es wird ziemlich alles vorgegeben, was wir wann machen – höchstens, wenn schon mehrere Schularbeitentermine in einer Woche sind, können wir was sagen.
I: Gibt’s etwas, das du deinen ehemaligen SiP-MitschülerInnen sagen willst?
H: Sie sollen das jetzt genießen, die Knallerbse, weil sie werden nachher nie mehr so viel Zeit haben! Es ist jetzt die vierte Schulwoche und ich sitz‘ eigentlich nur mehr am Schreibtisch und viel am Computer, weil ich einfach lernen und was machen muss. Sie sollen also die Freizeit, die sie jetzt haben, mit ihren Freunden genießen. Und sie sollen auch wegen Mathe keine Angst haben! Die meisten haben so Angst davor, aber wenn man den Mathekurs beim Georg geht, ist man ziemlich gut vorbereitet.
I: Kann man Jugendliche, die die Schule wechseln, insgesamt beruhigen?
H: Ja, auf jeden Fall! Es ist zwar in den ersten Schulwochen ein bisschen ungewohnt, aber man gewöhnt sich schnell ein. Ich war z.B. das Wechseln der Klassenräume gar nicht gewöhnt, weil wir ja in der Knalle nur drei hatten.
I: Gab’s was, das dir in der SiP gefehlt hat, was in der neuen Schule besser oder spannender ist?
H: Naja, eigentlich nicht. Mir fällt halt auf, dass die Lehrer in den Naturwissenschaften oder Musik oft sagen, „Das habt’s eh schon in der Unterstufe gemacht, das wiederholen wir jetzt nur schnell!“ – und ich denk‘ dann, „Hm, nein, hab ich noch nicht gemacht!“ Aber es ist normalerweise kein Problem, weil sie’s ja eh wiederholen.
I: Wenn du deine neun Jahre in der Knallerbse in ein paar Sätzen beschreiben müsstest, was fällt dir dazu ein?
H: Es hat mich auf jeden Fall sehr geprägt, das System mit dem frei Lernen, und es hat mich auf jeden Fall sehr selbstständig gemacht. Z.B. ich merke jetzt, wenn wir eine Teamarbeit machen sollen, die nicht ganz genau vorgegeben ist, dann verzweifeln viele Kolleginnen oft, und sagen die ganze Zeit, „Frau Professor, können Sie mir helfen?“ – und ich weiß eigentlich genau, was ich zu tun habe und mache es, wie ich es denke, dass es passt.
I: Bist du damit auch gut gefahren, wenn du das dann selbst entschieden hast?
H: Ja, eigentlich schon!
I: Wenn du deine Einstellung zum Lernen und zu den Lehrern und Lehrerinnen überdenkst, fällt dir dazu was ein?
H: Ja, man hat in der Knallerbse ein viel engeres Verhältnis zu den Lehrern durch das Duzen und weil man sich ja schon viel länger kennt und ich hab das Gefühl, dass in der Knallerbse alle eine viel positivere Einstellung zum Lernen haben – und gegenüber den Lehrern. Viele fragen mich oft: „Wie konntest du Respekt haben vor deinen Lehrern, wenn du sie geduzt hast?“ Und ich denk‘ mir immer, das hat doch nichts mit dem Duzen zu tun, der Respekt. Das hat damit zu tun, wie man sich dem gegenüber verhält und wie sich der dir gegenüber verhält.
I: Würdest du deine Kinder auch in die Knallerbse schicken?
H: Wenn sie so bleiben würde, wie sie jetzt ist, wahrscheinlich schon. Wenn sie sich noch mehr verändert in Richtung Regelschule wahrscheinlich nicht mehr. Meine Eltern haben mich wegen der Selbstständigkeit und dem respektvollen Umgang miteinander in die Knallerbse gegeben, auch das Ungezwungen-Sein hat eine Rolle gespielt. Das hat mir sehr gut getan. Und wenn sie jetzt immer mehr zur Regelschule wird, kann ich mir viel Geld sparen.
I: Die Schule, sagst du, hat dir gut getan, in welcher Beziehung?
H: Sie hat mich sehr selbstständig gemacht, sehr selbstbewusst. Ich weiß, wer ich bin und ich werd‘ mich nicht ändern, nur weil’s andere wollen.
I: Vielen Dank, Hanna, für das Gespräch, und alles Gute!